Beihilfe­vorschriften des Bundes

Bundesbeamte haben Anspruch auf Beihilfe zur privaten Krankenversicherung vom Bund. Die Bundesbeihilfeverordnung ist dabei sehr umfangreich und komplex. Auf der anderen Seite ist sie allerdings äußerst wichtig für jeden Bundesbeamten, der die Unterstützung seines Dienstherren in Anspruch nehmen möchte.

Welche Leistungen sind beihilfe­berechtigt?

Abgedeckt durch die Beihilfe vom Bund sind alle Aufwendungen und Leistungen, die notwendig sind. Darunter fallen in aller Regel medizinische Behandlungen. Darüber hinaus werden auch sämtliche Anwendungen, Arzneien und Medikamente berücksichtigt, die Ihnen ein Arzt verschrieben hat. Ärzte und Psychotherapeuten werden hierbei als ausgebildete Fachkräfte angesehen, die eine Notwendigkeit objektiv einschätzen können, um eine Heilbehandlung anzustoßen. Wir geben Ihnen hier einen Überblick, welche Leistungen durch die Beihilfe vom Bund abgedeckt werden und mit welchen Kosten Sie zu rechnen haben.

Deutschland Karte Flagge Beihilfe Bund

Welche Kosten werden erstattet?

Beihilfe wird in Krankheits-, Pflege-, Geburtsfällen und zu Vorsorgemaßnahmen gewährt. Sie stellen eine Beteiligung an den Krankheitskosten durch den öffentlichen Arbeitgeber dar. In der Bundesbeihilfeverordnung werden dabei teils auch Aufwendungen für Leistungen von Heilpraktikern berücksichtigt. Hierbei ist zu beachten, dass die beihilfefähigen Aufwendungen auf die dort genannten Höchstbeträge beschränkt sind. Diese müssen allerdings gewisse Maßgaben erfüllen. Nicht beihilfefähig sind unter anderem Aufwendungen für die Bescheinigung einer Dienstunfähigkeit durch einen Heilpraktiker. Eine detaillierte Übersicht finden Sie auch auf der Seite zu den Heilpraktikerleistungen des Bundesverwaltungsamts.

Beihilfe für Bundesbeamte auf einen Blick

Wir möchten Ihnen auf dieser Seite eine Übersicht zu den Leistungen geben, die in der Beihilfeverordnung vom Bund geregelt sind. Bitte beachten Sie, dass es jederzeit Anpassungen geben kann und unsere Daten daher nicht zwingend verbindlich sind. Wir bemühen uns sehr, die hier aufgeführten Leistungs- und Bemessungssätze laufend auf dem neuesten Stand zu halten. Im Zweifel finden Sie die aktuellste Fassung der Bundesbeihilfeverordnung auf der Seite des Bundesverwaltungsamts. Wenn Sie sich diese Seite mit einem Smartphone betrachten, dann empfehlen wir Ihnen zur besseren Lesbarkeit der unten stehenden Tabellen Ihr Gerät im Querformat auszurichten.

Bemessungssätze (personenbezogen)

Beihilfeberechtigte

50%

Beihilfeberechtigte mit mehr als einem Kind

70%

Versorgungsempfänger

70%

Ehegatte / eingetragene Lebenspartner

70%

Einkommensgrenze Ehegatte / Lebenspartner: 17.000,-€ im VVKJ

Kinder

80%

bis maximal 25 Jahre + Wehr-, Zivil- oder Freiwilligendienste

Absicherung Kinder

18 Jahre und jünger

Generell 80% Beihilfebemessungssatz für das Kind

Zwischen 18 und 25 Jahre

Generell 80% Beihilfebemessungssatz für das Kind, wenn für dieses Kind noch Kindergeld oder Familienzuschlag gezahlt wird.

Voraussetzung: Kind ist in erstmaliger Berufs- oder Schulausbildung, Erststudium, ohne Ausbildungsplatz, ohne Arbeitsplatz, zweiter Berufs-, Schul- oder Zusatzausbildung, ohne Erwerbstätigkeit mit weniger als 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche (Ausbildungsverhältnis oder geringfügige Beschäftigung nach SGB V zählen hier nicht zur Erwerbstätigkeit) oder Kind hat Behinderung und keine eigenen Einkünfte.

25 Jahre und älter

Kein Beihilfeanspruch für das Kind.

Ausnahme: Verlängerung durch Wehr- / Ersatzdienst oder Verlängerung um maximal 12 Monate wegen freiwilligem Wehrdienst, freiwilligem Dienst nach nach Bundesfreiwilligendienstgesetz / Jugendfreiwilligendienstgesetz / vergleichbarem anerkannten Freiwilligendienst oder Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Sine §1 Abs. 1 Entwicklungshelfergesetz.

Leistungen der Beihilfe

Ärztliche Behandlungen

Bis Höchstsatz GOÄ

Heilpraktiker

Bis Höchsätze laut Vertrag mit Heilpraktikerverbänden

Medikamente

Verordnungsfähige Medikamente bis GKV-Festbeträge

Kürzung Medikamente

10 % (mind. 5,-€, max. 10,-€)

Fahrtkosten

Ja, niedrigste Klasse regelmäßig verkehrender Beförderungsmittel

Kürzung Fahrtkosten

10 % (mind. 5,-€, max. 10,-€)

Belastungsgrenze für Medikamente

2 % der/des Dienstbezüge/Versorgungsbezüge/Rentenzahlbetrags, bei chronisch Kranken 1 %

Hilfsmittel

Gemäß Beihilfekatalog

Kürzung Hilfsmittel

10 % (mind. 5,-€, max. 10,-€)

Sehhilfen (Brillen und Kontaktlinsen)

Unter bestimmten Voraussetzungen

Rehabilitationsmaßnahmen

Ja, alle 4 Jahre, max. 21 Tage (ohne An-/Abreise)

Sanatoriumsbehandlungen

Max. niedrigster Satz der jeweiligen Einrichtung

Kürzung Sanatorium

10,-€ pro Tag, maximal 28 Tage je Kalenderjahr

Heilkuren

Nur Beihilfeberechtigte im aktiven Dienst, Unterkunft bis 16,-€

Zahnbehandlung

Zahnärztliche Behandlung

Bis Höchstsatz GOÄ

Kieferorthopädie

Bei Behandlungsbeginn vor dem 18. Lebensjahr oder bei schweren Anomalien

Zahnersatz

Keine Beihilfe für große Brücken und in Anwärterzeit

M+L

zu 40 % anerkannt

Edelmetall, Keramik

zu 40% anerkannt

Implantate

Je Kiefer max. 2 bzw. in bestimmten Fällen max. 4

Krankenhausbehandlung

Regelleistungen

Ja

Wahlleistungen

Ja

Kürzung der stationären Beihilfe

Ja

Kürzung Regelleistungen

10,-€ pro Tag, maximal 28 Tage pro Kalenderjahr

Kürzung Zweibettzimmer

14,50,-€ pro Tag

Kürzung privatärztliche Behandlung

Nein

KHT-Angebot

25,-€

Reisen

Innerhalb EU

Ja, kein Vergleich mit BRD-Kosten

Außerhalb EU in Europa

Ja, max. BRD-Kosten (für Kosten ambulant/ Zahn erst ab 1.000,-€)

Außerhalb Europas

Ja, max. BRD-Kosten (für Kosten ambulant/ Zahn erst ab 1.000,-€)

Sonstiges

Kostendämpfungspauschale

(= jährliche Selbstbeteiligung)

Keine

Besonderheiten

Keine

Alle hier genannten Daten der Beihilfevorschriften des Bundes entsprechen dem Stand vom Januar 2020. Wenn Sie sich individuell beraten lassen möchten, welche private Krankenversicherungen Ihre Wünsche und Bedürfnisse abdeckt, starten Sie doch gerne unseren unabhängigen und unverbindlichen Vergleich.